Essstörungen betreffen nicht nur die Ernährung, sondern das gesamte Leben. Sie können Kinder, Jugendliche und Erwachsene treffen und beginnen oft schleichend. Je früher Warnzeichen erkannt werden, desto besser sind die Chancen auf Heilung.
Essstörungen gehören zu den psychischen Erkrankungen, die seit Jahrzehnten in unserer Gesellschaft zunehmend sichtbar werden. Schon im frühen 20. Jahrhundert beschrieben Ärzte Fälle von „Anorexia nervosa“ (Magersucht), bei denen meist junge Frauen aus Angst vor Gewichtszunahme das Essen verweigerten. Auch Bulimie (Ess-Brech-Sucht) und Binge-Eating-Störungen wurden in den 1970er- und 1980er-Jahren genauer erforscht. Heute wissen wir: Essstörungen sind keine Randerscheinung, sondern betreffen viele Familien direkt oder indirekt.
Besonders gefährdet sind Jugendliche und junge Erwachsene, vor allem Mädchen und junge Frauen – aber zunehmend auch Jungen. Studien zeigen, dass rund 2–5 % der Jugendlichen in der Schweiz eine Essstörung entwickeln. Die Zahl der Betroffenen ist in den letzten Jahren gestiegen, was unter anderem mit Schönheitsidealen in sozialen Medien, Leistungsdruck und gesellschaftlichen Erwartungen zusammenhängt.

Oft beginnt es unscheinbar – mit einer Diät, dem Wunsch nach „gesunder Ernährung“ oder dem Vergleich mit Vorbildern. Was zunächst normal erscheint, kann langsam überhandnehmen:
Mit der Zeit dreht sich das Denken fast nur noch ums Essen, Gewicht oder Aussehen.
Eine Essstörung ist gefährlich, wenn …
Ohne Behandlung drohen schwere gesundheitliche Folgen für Herz, Knochen, Fruchtbarkeit und Psyche.
Je früher Hilfe gesucht wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung. Erste Anlaufstellen sind:
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In der Schweiz gibt es ein breites Netzwerk an Hilfsangeboten für Menschen mit Essstörungen und deren Angehörige. Die Unterstützung reicht von Fachverbänden und Beratungsstellen über spezialisierte Kliniken bis hin zu Online-Diensten.
Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Anlaufstellen:
Fachverbände und Beratungsstellen
Arbeitsgemeinschaft Ess-Störungen (AES)
Die AES bietet kostenlose und anonyme Beratung für Betroffene und ihr Umfeld an. Sie leiten auch begleitete Selbsthilfegruppen.
Kontakt: E-Mail: beratung@aes.ch, Tel: 043 488 63 73
Website:
Schweizerische Gesellschaft für Essstörungen (SGES)
Die SGES ist ein Fachverband, der ein Netzwerk von Experten (Ärzte, Psychologen, Ernährungsberater) in der ganzen Schweiz führt. Auf ihrer Website finden Sie eine Adresssuche, um passende Fachpersonen in Ihrer Nähe zu finden.
Website:
PEP – Prävention Essstörungen Praxisnah
Dieser Verein, angesiedelt am Berner Inselspital, konzentriert sich auf Prävention, Früherkennung und Beratung. Sie vermitteln Betroffene an passende Beratungsstellen und unterstützen Angehörige.
Kontakt: Tel: 076 368 96 17, E-Mail: fachstelle@pepinfo.ch
Website:
Kliniken und Spitäler mit spezialisierten Angeboten
Universitäre Psychiatrische Dienste (UPD) Bern – Therapiezentrum Essstörungen
Das Zentrum bietet multimodale Behandlungsprogramme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im stationären oder teilstationären Rahmen.
Website:
Universitätsspital Zürich (USZ) – Zentrum für Essstörungen
Das USZ bietet spezialisierte Sprechstunden, Tagesklinik- und stationäre Aufenthalte für die Behandlung von Magersucht (Anorexia nervosa), Bulimie (Bulimia nervosa) und Binge-Eating-Störungen.
Kontakt: Tel: 044 255 52 80, E-Mail: psy.info@usz.ch
Website:
Privatklinik Aadorf
Die Klinik behandelt Essstörungen ab einem Alter von 16 Jahren in einem stationären Rahmen, oft in Verbindung mit anderen psychischen Störungen wie Depressionen oder Angststörungen.
Website:
Klinik Meissenberg (Zug)
Eine auf Frauen spezialisierte Klinik, die psychosomatische und Essstörungen behandelt und einen geschützten, frauenspezifischen Therapie- und Schutzraum bietet.
Website:
Online-Beratung und Notfall-Anlaufstellen
Neben persönlichen Beratungen bietet die BG eine anonyme Online-Beratungsplattform namens "SafeZone", die sich auch an Menschen mit Essstörungen richtet.
Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel bieten spezialisierte Behandlungen für Essstörungen. Für Notfälle gibt es eine 24-Stunden-Aufnahme für Erwachsene.
Kontakt (Notfall): 061 325 51 00
Website:
Essstörungen haben eine lange Geschichte – und sie sind heute aktueller denn je. Besonders Jugendliche sind gefährdet, weil sie sich in einer sensiblen Lebensphase befinden und stark unter Leistungs- und Schönheitsdruck stehen. Wichtig ist, die ersten Anzeichen ernst zu nehmen und schnell Hilfe zu suchen. Denn mit der richtigen Unterstützung können Betroffene gesunden und neue Stärke entwickeln.
> Zürich
Fachstelle für Suchtprävention
Der Kantonalverband Zürich beschäftigt aktuell 32 kompetente Fachpersonen in verschiedenen Bereichen: Beratung/Therapie, Prävention, Selbsthilfe, Geschäftsstelle und in den Brockenstuben.
Personen mit einem riskanten oder gar abhängigen Alkohol-, respektive Suchtmittelkonsum sowie mitbetroffene Personen aus deren Umfeld, erhalten bei uns umfassende und unbürokratische Hilfe durch Therapie, Beratung und Selbsthilfegruppen. Zudem leisten wir Präventionsarbeit. Zu unseren Prioritäten zählt unabdingbar, dem Alkoholmissbrauch und der Suchtgefährdung schon frühzeitig entgegenzuwirken. Wir streben nach dem Ziel, dass Menschen die Risiken von Suchtmittelkonsum kennen und Kompetenzen erlangen, mit diesen angemessen umzugehen.
Wir sind gut vernetzt. Unsere Angebote im Bereich Therapie, Beratung und Selbsthilfe sind seit Anfang an kostenlos. Wir beanspruchen weder Gelder der öffentlichen Hand noch Gelder aus dem Gesundheitswesen. Dank den Spenden und den Gewinnen aus unseren drei Brockenstuben bewegen wir uns unabhängig und agil.
> Bern
Fachstelle für Suchtprävention
Als Teil vom Blauen Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg erbringen wir als Partner und im Auftrag der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern (GSI) folgende Leistungen:
Angebote und fachliche Unterstützung für Personen und Institutionen, die sich mit Fragen der Suchtprävention und Gesundheitsförderung befassen
Förderung des verantwortungsbewussten Umgangs mit Genuss- und Suchtmitteln
Verhaltens- und Verhältnisprävention mit dem Ziel, Schutzfaktoren zu stärken und Risikofaktoren zu minimieren
> Bern
Kompetent, sicher, anonym: SafeZone.ch ist Ihre Online-Plattform für Suchtberatung
SafeZone.ch bietet Online-Beratung zu Suchtfragen. Für Betroffene, deren Angehörige und Nahestehende, für Fachpersonen und Interessierte. Alle Beratungsangebote sind kostenlos und anonym.
Die Online-Plattform wurde vom Bundesamt für Gesundheit und Infodrog in Zusammenarbeit mit verschiedenen Suchtfachstellen und Kantonen entwickelt.
Gerne können Sie eine kostenlose, anonyme Online-Beratung beanspruchen, Sie können bei Fragen und Antworten nach Erfahrungen und Tipps suchen, eigene öffentliche Fragen stellen oder sich bei einem Selbsttest orientieren.
> Genf
Hilfe und Beratung für Alkoholtrinker und Ihr Umfeld.
Die Website www.stop-alkohol.ch bietet ein kostenloses Hilfsprogramm für die Beendigung des Alkoholkonsums, das von Experten der Universität Genf entwickelt wurde und in 3 Sprachen (Französisch, Deutsch und Italienisch) zur Verfügung steht. Hier finden Sie einen automatischen Coach, der über ein Jahr lang persönliche Beratung und Nachbetreuung anbietet, den Tribu - ein anonymes Diskussionsforum zum Chatten und Fragen stellen, wissenschaftliche Informationen, Erfahrungsberichte von Alkoholtrinkern und ehemaligen Alkoholtrinkern, eine kostenlose stop-alkohol.ch Smartphone-Anwendung (auf iOS und Android) sowie eine Facebook-Seite und einen Twitter-Account.
> Genf
Kostenloses Hilfsprogramm zur Beendigung des Cannabiskonsums.
Die Website www.stop-cannabis.ch bietet ein kostenloses Hilfsprogramm zur Beendigung des Cannabiskonsums, das von Experten der Universität Genf entwickelt wurde und auf Französisch verfügbar ist. Hier finden Sie einen automatischen Coach, der über ein Jahr lang persönliche Beratung und Nachbetreuung anbietet, den Tribe - ein anonymes Diskussionsforum zum Chatten und Fragen stellen, wissenschaftliche Informationen, Erfahrungsberichte von Cannabiskonsumenten und ehemaligen Cannabiskonsumenten, eine kostenlose stop-cannabis.ch Smartphone-Anwendung (auf iOS und Android) sowie eine Facebook-Seite und einen Twitter-Account.
> Genf
Tipps und Tricks, um mit dem Rauchen aufzuhören.
Die Website www.stop-tabak.ch bietet ein kostenloses Raucherentwöhnungsprogramm an, das von Experten der Universität Genf entwickelt wurde und in 4 Sprachen (Französisch, Deutsch, Italienisch und Englisch) zur Verfügung steht. Hier finden Sie einen automatischen Coach, der über ein Jahr lang persönliche Beratung und Nachbetreuung anbietet, den Tribu - ein anonymes Diskussionsforum, um mit Ex-Rauchern zu diskutieren und Fragen zu stellen, wissenschaftliche Informationen, spezifische Informationsbroschüren für jeden Schritt im Prozess der Raucherentwöhnung, Erfahrungsberichte von Rauchern und Ex-Rauchern, eine kostenlose stop-tabak.ch Smartphone-Anwendung (auf iOS und Android) sowie eine Facebook-Seite und einen Twitter-Account.
Die kostenlose Anwendung stop-tabac.ch (verfügbar auf iOS und Android) bietet folgende Dienste an:
- einen personalisierten Coach mit Follow-up für ein Jahr
- Zugang zu mehreren Zählern (Ausfallzeit - Geldeinsparung)
- eine Einschätzung des Grades der Abhängigkeit
- Ratschläge, wie Rückfälle und Entzugssymptome verhindert werden können
- eine Top-Ten-Rangliste der besten Anträge auf Raucherentwöhnung in Gesundheitsmagazinen
> Lausanne
Sucht Schweiz ist das nationale Kompetenzzentrum für Prävention, Forschung und Wissensvermittlung im Suchtbereich. Als unabhängige und gemeinnützige Stiftung wollen wir den problematischen Gebrauch psychoaktiver Substanzen sowie substanzunabhängiges Suchtverhalten verhindern oder vermindern. Wir unterstützen all jene mit besonderen Risiken – Kinder und Jugendliche sowie Menschen in kritischen Lebensphasen. Den Betroffenen stehen wir informierend, beratend oder finanziell zur Seite.
Wir engagieren uns für ein Umfeld, das den Menschen eine gesunde Lebensweise erleichtert und die individuellen Gesundheitskompetenzen stärkt.