Masern (Morbilli) gehören zu den ältesten bekannten Infektionskrankheiten der Menschheit. Schon im 9. Jahrhundert beschrieb der persische Arzt Rhazes die Masern als eigenständige Krankheit – und warnte davor, dass sie oft schlimmer verlaufen als die Pocken. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein waren Masern eine fast unvermeidliche Kinderkrankheit – auch in der Schweiz. Viele ältere Menschen erinnern sich noch an die typische Hautrötung, hohes Fieber und eine Woche im Bett.
Mit der Einführung der Masernimpfung in den 1960er-Jahren konnten Krankheitsfälle und Todesfälle weltweit drastisch reduziert werden. Doch die Masern sind nicht verschwunden – vor allem dort, wo die Impfquote zu niedrig ist. Auch in der Schweiz kommt es immer wieder zu regionalen Ausbrüchen, wenn weniger als 95 % der Bevölkerung vollständig geimpft sind.
Masern sind eine hoch ansteckende Virusinfektion, die über Tröpfchen (Husten, Niesen, Sprechen) oder durch die Luft verbreitet wird. Das Virus kann stundenlang in der Umgebung überleben – ein kurzer Aufenthalt in einem Raum mit einer infizierten Person genügt, um sich anzustecken. Eine Person kann 15–20 andere infizieren.
Masern verlaufen typischerweise in zwei Phasen:
Die Erkrankung dauert insgesamt etwa 7 bis 10 Tage.
Masern gelten fälschlich oft als harmlose Kinderkrankheit – dabei kann es zu schweren Komplikationen kommen:
Die wirksamste Massnahme gegen Masern ist die Impfung mit dem MMR-Impfstoff (Masern, Mumps, Röteln). Die Impfung ist sicher, gut verträglich und schützt in über 95 % der Fälle.
Masern können nicht mit Antibiotika behandelt werden, da es sich um ein Virus handelt. Die Therapie ist symptomatisch:
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) beobachtet Masernausbrüche aktiv. Bei bestätigten Fällen gelten:
Die Schweiz verfolgt das Ziel, Masern zu eliminieren, steht dabei aber vor Herausforderungen: In einigen Kantonen liegt die Impfquote unter der nötigen Schwelle von 95 %.
Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit – sondern eine gefährliche Infektion, die mit schweren Komplikationen verbunden sein kann. In der Schweiz stehen moderne Impfstoffe und ein funktionierendes Gesundheitssystem zur Verfügung. Es liegt an uns, diese Chancen zu nutzen, um Masern langfristig zu besiegen.