Weihnachten - Bräuche in der Schweiz und weltweit

Unser Experte
Weihnachten - Bräuche in der Schweiz und weltweit

Weihnachten ist eines der schönsten Feste des Jahres: Lichterglanz, festliche Düfte, Geschenke und gemeinsame Stunden mit der Familie machen diese Zeit besonders. Doch die Art und Weise, wie Weihnachten gefeiert wird, variiert stark von Land zu Land.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die traditionellen Weihnachtsbräuche in der Schweiz und vergleichen sie mit Bräuchen in anderen Ländern.

    

Weihnachten im Schloss Greyerz im Kanton Freiburg

Weihnachten in der Schweiz

Die Schweiz ist geprägt von einer Mischung aus christlicher Tradition und regionalen Besonderheiten. Jede Region hat ihre eigenen Bräuche, aber einige Elemente sind landesweit beliebt:

  • Adventszeit und Adventskalender - Die Adventszeit beginnt vier Wochen vor Weihnachten. Viele Familien schmücken ihre Häuser mit Adventskränzen und Kerzen, die an jedem Sonntag angezündet werden. Kinder freuen sich auf Adventskalender, oft mit Schokolade, kleinen Spielsachen oder Rätseln. In manchen Regionen gibt es auch lebendige Adventskalender, bei denen jeden Abend ein Fenster eines Hauses feierlich geöffnet wird.
  • Samichlaus und Schmutzli - Am 6. Dezember besucht der Samichlaus (vergleichbar mit dem Nikolaus) die Kinder in der Deutschschweiz. Begleitet wird er von seinem Helfer, dem Schmutzli, der in schwarzem Umhang die Rute trägt. Die Kinder erhalten Nüsse, Mandarinen, Schokolade oder kleine Geschenke, wenn sie Lieder singen oder Gedichte aufsagen.
  • Weihnachtsmärkte und Lichter - Weihnachtsmärkte sind in Städten wie Zürich, Basel, Montreux oder St. Gallen ein Höhepunkt der Saison. Sie bieten handgefertigte Geschenke, Kunsthandwerk, Glühwein, Punsch und gebrannte Mandeln. In vielen Dörfern werden Häuser, Kirchen und Strassen mit festlicher Beleuchtung geschmückt, sodass die dunkle Winterzeit besonders stimmungsvoll wirkt.
  • Kulinarisches - Die Schweizer Weihnachtsküche ist vielfältig:
    • Guetzli: Bunte Plätzchen in allen Formen und Geschmacksrichtungen.
    • Lebkuchen und Nusstorte: Traditionelles Gebäck für die Festtage.
    • Weihnachtsstollen oder Panettone: Besonders in der italienischsprachigen Schweiz beliebt.
    • Krippen und Weihnachtsbäume
      In vielen Haushalten und Kirchen werden Krippen aufgebaut, die die Geburt Christi darstellen. Weihnachtsbäume, oft geschmückt mit Kerzen, Kugeln und Sternen, stehen im Zentrum der Dekoration.

Weihnachtsbräuche im Ausland

Deutschland

Deutschland ist bekannt für seine Weihnachtsmärkte in Städten wie Nürnberg, Dresden oder München. Kinder stellen am 6. Dezember ihre Stiefel vor die Tür, die der Nikolaus füllt. Der Weihnachtsbaum wird meist am Heiligabend geschmückt und oft mit Kerzen, Lametta und traditionellen Figuren versehen.

  • Krampusläufe (Bayern, Österreichische Grenze)
    • Wann: Anfang Dezember
    • Was: Teufelsähnliche Figuren mit Ketten und Glocken laufen durch die Dörfer, erschrecken Kinder und treiben böse Geister aus.
    • Skurril: Die Kombination aus Furcht einflößenden Masken, Lärm und Tanz ist ziemlich bizarr, aber faszinierend.
  • Rauhnächte (Bayern, Alpenregion)
    • Wann: 25. Dezember – 6. Januar
    • Was: In den zwölf Nächten zwischen Weihnachten und Dreikönig werden böse Geister vertrieben – mit Feuer, Glocken und mystischen Ritualen.
    • Skurril: Alte Rituale wie das Räuchern der Häuser wirken heute sehr geheimnisvoll und archaisch.

   

Perchtenlauf in Tulln (A)

     

Österreich

  • Braten- oder Ofenstehlen (Tirol, Salzburg)
    • Wann: Nikolaus oder Fasching
    • Was: Symbolisches Stehlen von Braten oder Backwaren aus den Öfen der Nachbarn.
    • Skurril: Ein witziger und verrückter Brauch, bei dem Diebstahl spielerisch erlaubt ist – ein Fest mit Scherzcharakter.
  • Perchtenläufe (Salzburg, Tirol, Kärnten) 
    • Wann: Dezember/Januar
    • Was: Maskierte „Perchten“ treiben mit Schellen und Lärm böse Geister aus.
    • Skurril: Manche Kostüme sind furchterregend und grotesk – ein Winter-Spektakel zwischen Schock und Staunen.
  • Nikolo und Krampus zusammen
    • Wann: 6. Dezember
    • Was: Während Nikolaus Geschenke bringt, begleitet ihn oft ein Krampus, der Kinder erschrecken soll.
    • Skurril: Die Mischung aus Geschenken und Angst – süß und gruselig zugleich.

Schweden

In Schweden beginnt die festliche Saison mit dem Lucia-Fest am 13. Dezember. Mädchen tragen weiße Kleider, rote Bänder und Kerzenkränze auf dem Kopf, singen Lieder und verteilen süße Lussekatter-Brötchen. Am Tisch findet man das Julbord, ein großes Buffet mit Lachs, Fleischbällchen, Schinken und Weihnachtsgebäck.

Spanien

In Spanien spielt die Weihnachtslotterie „El Gordo“ eine große Rolle: Millionen Spanier verfolgen gespannt die Ziehung. Viele Familien besuchen die Mitternachtsmesse (Misa del Gallo) am Heiligabend. Geschenke bringen traditionell die Heiligen Drei Könige am 6. Januar, begleitet von Paraden und Festlichkeiten.

  • Catalonia, Spanien – Caga Tió („Kackender Baumstamm“)
    • Wann: Advent bis Heiligabend
    • Was: Ein Baumstamm wird mit einer roten Mütze geschmückt und „gefüttert“. Kinder schlagen ihn mit Stöcken, damit er Geschenke „ausscheidet“.
    • Skurril: Ein Geschenkebringender Baumstamm, der „kackt“ – absolut einzigartig.

  

Barcelona - Caga Tió

     

USA

In den USA sind Häuser und Gärten oft mit bunten Lichterketten, Weihnachtsfiguren und riesigen Weihnachtsbäumen geschmückt. Kinder hängen Strümpfe auf, die von Santa Claus in der Nacht gefüllt werden. Die Weihnachtszeit beginnt oft direkt nach Thanksgiving und wird mit Paraden, Weihnachtsliedern und festlichen Veranstaltungen gefeiert.

Italien

Italien ist besonders für seine Krippen (Presepe) bekannt, besonders in Neapel. Am 6. Januar bringt die Hexe La Befana den Kindern Geschenke. In Südtirol und Trentino sind auch Weihnachtsmärkte sehr beliebt, mit handgefertigten Dekorationen und lokalen Spezialitäten.

Frankreich 

Der Weihnachtsmann („Père Noël“) bringt Geschenke, und viele Familien genießen ein festliches Abendessen mit Foie Gras, Meeresfrüchten und Bûche de Noël.

Polen 

Am Heiligabend wird traditionell Wigilia gefeiert, ein Fischgericht serviert und das erste Sternenlicht abgewartet, bevor Geschenke ausgepackt werden

Mexiko

Die Posadas sind traditionelle Umzüge und Feste in den neun Tagen vor Weihnachten, die an die Reise von Maria und Josef erinnern.

Norwegen – Julenisse und das Verstecken von Besen

    • Wann: Weihnachten
    • Was: Kinder verstecken Besen, damit die Julenisse (Weihnachtskobold) sie nicht klaut.
    • Skurril: Kobold-Aberglaube trifft auf Haushalt – kurios und charmant

Island – 13 Weihnachtsmänner (Jólasveinar)

      • Wann: 12 Tage vor Weihnachten
      • Was: 13 verschiedene „Yule Lads“ kommen nacheinander, manche bringen Geschenke, andere spielen Streiche.
      • Skurril: Jede Figur hat einen eigenen verrückten Charakter – einer steckt zum Beispiel in Mülltonnen.

Venezuela – Weihnachtsrollschuhfahren

    • Wann: 24. Dezember
    • Was: In Caracas fahren viele Menschen morgens zur Mitternachtsmesse auf Rollschuhen.
    • Skurril: Rollschuhfahren als Weihnachtstradition ist weltweit einmalig.

Adressen

Andere Adressen

A lire

Unsere Partner