Ferien sind Erholung — auch digital. Hier sind
praktische Regeln und Tipps, die auf Studien und Alltagserfahrungen basieren:
1. Gemeinsam vereinbarte Regeln setzen
Statt spontaner Verbote:
- Legt Bildschirmzeiten gemeinsam fest (z. B. 60–90 Minuten/Tag mit Ausnahmen bei Ausflügen).
- Definiert bildschirmfreie Zeiten (z. B. beim Frühstück/Abendessen).
Wenn Kinder mitentscheiden durften, halten sie sich eher an die Abmachungen.
2. Struktur schaffen — auch ohne Stundenplan
Eine
wochentägliche Routine hilft, Bildschirmzeit bewusst zu steuern:
Beispiel-Ferienplan:
- ☀️ Vormittag: Outdoor-Aktivitäten (See, Wald, Spielplatz)
- 🕑 Nachmittag: freie Zeit + begrenzte Medienzeit
- 🌙 Abend: Familienzeit (Spiele, Lesen, Gespräche)
Solche
Rhythmen reduzieren Konflikte deutlich.
3. Attraktive Alternativen einplanen
Studien zeigen: Je mehr attraktive Offline-Aktivitäten, desto weniger automatischer Griff zum Bildschirm.Ideen für die Schweiz:
- Wanderungen in den Alpen/Prealpen
- Badeplätze an Seen und Flüssen
- Ferienpass-Programme vieler Gemeinden
- Museen mit Familienführungen
4. Regen- oder Hitzetage vorbereiten
Nicht jeder Tag ist perfekt fürs Draußen-Programm. Dafür eignen sich:
- Brettspiele oder Puzzle-Challenges
- Hörbücher und Hörspiele
- DIY-Projekte (Basteln, Kochen)
Diese Aktivitäten bieten kreative Pausen von digitalen Geräten.
5. Inhalte gemeinsam nutzen — nicht nur Zeit messen
Studien betonen, dass
begleitete Nutzung (Eltern gemeinsam mit Kindern) positive Effekte hat — etwa beim Sprach- oder Leseerwerb.
- Gemeinsam Videos schauen oder Lernapps ausprobieren macht die Medienzeit sinnvoller.
6. Eltern als Vorbilder
Kinder orientieren sich an Elternverhalten:
- Smartphone-freie Familienzeiten helfen, Bildschirmzeiten zu reduzieren.
- Handy weglegen beim Spaziergang oder beim Essen wirkt stärker als verbale Regeln.
Realistische Richtwerte für Ferien und Alltag
| Altersgruppe |
Empfohlene Bildschirmzeit pro Tag |
| Unter 2 Jahre |
Möglichst wenig bis keine |
| 3–5 Jahre |
Max. ~60 Min., qualitativ begleitet |
| 6–12 Jahre |
~60–90 Min., nach Aktivität |
| 13+ Jahre |
Flexibel, klare Absprachen |
Diese Werte orientieren sich an internationalen Studien und Empfehlungen aus Forschung und Entwicklungspsychologie.
Zusammenfassend
Ferien bieten Familien die Chance,
Bildschirmzeit bewusst zu gestalten statt sie nur zu begrenzen.
Der Schlüssel ist:
- gemeinsame Regeln
- attraktive Offline-Alternativen
- begleitete Nutzung
- gesunder Alltag statt reiner „Bildschirmpause“
Bildschirmzeit ist nicht per se schlecht — qualitative Nutzung in Balance mit Bewegung und sozialen Aktivitäten ist entscheidend.