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Haben Sie Geldprobleme oder Schulden?

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Haben Sie Geldprobleme oder Schulden?

Finanzielle Schwierigkeiten und Überschuldung betreffen viele Menschen in der Schweiz und können schnell zu grossem Druck führen. Rechnungen stapeln sich, das Monatsbudget reicht nicht aus, und die Sorgen um die finanzielle Zukunft nehmen zu.

Die Folgen unbezahlter Schulden sind gravierend: Einträge im Betreibungsregister, Lohnpfändungen oder Einschränkungen beim Zugang zu Wohnraum und Arbeit können das Leben stark belasten.

Glücklicherweise gibt es in der Schweiz zahlreiche Hilfsangebote: Fachstellen für Schuldenberatung, kantonale Sozialdienste und Organisationen wie Caritas unterstützen bei Budgetplanung, Verhandlungen mit Gläubigern und Entschuldung. Dieses Dossier zeigt auf, welche Wege aus der Überschuldung existieren, welche Vorsorgemöglichkeiten sinnvoll sind und wo Betroffene professionelle Hilfe finden können.

Wo finde ich Hilfe bei Überschuldung?

Viele Menschen in der Schweiz geraten in eine finanzielle Notlage. Wichtig ist, rechtzeitig zu handeln und professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

Folgen einer Überschuldung

Wer offene Schulden nicht bezahlt, muss früher oder später mit einer Betreibung rechnen. Gläubiger leiten in der Regel ein Verfahren beim Betreibungsamt ein. Die Konsequenzen sind erheblich:

  • Ein Eintrag im Betreibungsregister erschwert die Wohnungssuche und Jobsuche deutlich.
  • Es kann zu einer Lohnpfändung kommen.
  • Das Einkommen wird unter Umständen auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum reduziert.

Überschuldung hat somit weitreichende finanzielle und soziale Folgen.

  

  

Schulden abbauen – welche Möglichkeiten gibt es?

Zuerst sollte geprüft werden, ob das aktuelle Budget einen Schuldenabbau zulässt.

Wenn ja:

  • Verhandlungen mit Gläubigern zur Ratenzahlung
  • Erstellung eines realistischen Rückzahlungsplans

Wenn nein:

  • Betreibungsverfahren
  • Unterstützung durch Sozialdienste oder Schuldenberatungsstellen

Wichtig: Nehmen Sie keinen neuen Konsumkredit auf, um alte Schulden zu bezahlen. Das verschärft die Situation meist zusätzlich.

Mögliche Wege zur Entschuldung in der Schweiz:

  • Ratenvereinbarungen mit Gläubigern
  • Schuldenverwaltung (Begleitung bei einem Budget auf Existenzminimum)
  • Aussergerichtlicher Nachlassvertrag
  • Gerichtliches Nachlassverfahren gemäss SchKG
  • Privatkonkurs (Art. 191 SchKG) als letzter Ausweg

Ein Privatkonkurs erfordert ein Gesuch beim zuständigen Gericht sowie eine Kostenvorschusszahlung.

Budgetplanung – der erste Schritt aus den Schulden

Ein realistisches Budget schafft Transparenz über Einnahmen und Ausgaben. Besonders in prekären Situationen ist eine sorgfältige Budgetplanung unerlässlich:

  • Kurzfristig: Sicherung von Wohnen und Lebensunterhalt
  • Mittel- und langfristig: Stabilisierung der finanziellen Situation

Die Unterstützung durch eine Fachperson (z. B. Schuldenberatung oder Sozialdienst) ist dabei sehr hilfreich. Frühzeitiges Handeln verhindert zusätzliche Kosten wie Verzugszinsen oder weitere Betreibungen.

  

     

Zahlen zur Überschuldung in der Schweiz

Gemäss Erhebungen des Bundesamts für Statistik leben Hunderttausende Menschen in der Schweiz in finanziell kritischen Verhältnissen. Besonders betroffen sind:

  • Haushalte mit tiefem Einkommen
  • Alleinerziehende
  • Familien mit mehreren Kindern
  • Erwerbslose Personen
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überschuldung entsteht häufig durch:

  • Arbeitslosigkeit
  • Krankheit
  • Trennung oder Scheidung
  • Unzureichendes Einkommen
  • Konsumkredite

Hilfeangebote in der Deutschschweiz

In allen Kantonen gibt es anerkannte Schuldenberatungsstellen sowie Sozialdienste, die Unterstützung anbieten:

  • Budgetberatung
  • Erstellung eines Sanierungsplans
  • Verhandlungen mit Gläubigern
  • Begleitung bei Betreibungsverfahren

Viele Beratungen sind kostenlos oder einkommensabhängig.  

Hilfe bei Verschuldung in der Schweiz

Bleiben Sie mit Ihren Schulden nicht allein. Je früher Sie Unterstützung suchen, desto grösser sind die Chancen, Ihre finanzielle Situation zu stabilisieren und wieder eigenständig planen zu können.

Wenn Sie in der Schweiz verschuldet bist, gibt es mehrere offizielle und seriöse Hilfsstellen, die Sie kostenlos oder günstig unterstützen. Hier sind die wichtigsten Anlaufstellen:  

Öffentliche Schuldenberatung

Schuldenberatung Schweiz

  • Dachverband der gemeinnützigen Schuldenberatungsstellen
  • Vermittelt Beratungsstellen in deinem Kanton
  • Website: www.schulden.ch
  • Beratung oft kostenlos oder einkommensabhängig

Soziale Beratungsstellen

Caritas Schweiz

Schweizerisches Rotes Kreuz

  • Sozialberatung in vielen Kantonen
  • Unterstützung bei finanziellen Notlagen

Rechtliche Unterstützung

Pro Infirmis

  • Spezielle Beratung für Menschen mit Behinderungen

Pro Senectute

  • Unterstützung für Personen ab 60 Jahren

Unentgeltliche Rechtsauskunft

  • Viele Gemeinden und Kantone bieten kostenlose Rechtsberatung an.

Bei Betreibungen / Lohnpfändung

Wichtig:

  • Briefe vom Betreibungsamt niemals ignorieren.
  • Fristen einhalten (Rechtsvorschlag innerhalb von 10 Tagen möglich).
  • Frühzeitig professionelle Schuldenberatung einschalten.

In akuter Notlage

Falls du deine Miete oder Krankenkasse nicht mehr zahlen kannst:

  • Sozialdienst deiner Gemeinde kontaktieren
  • Anspruch auf Sozialhilfe prüfen
  • Prämienverbilligung bei der Krankenkasse beantragen

Wichtiger Hinweis

Meide kommerzielle „Schuldenregulierer“, die hohe Gebühren verlangen. Seriöse Beratungsstellen sind gemeinnützig.

Fotos: freepik

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