Private Vorsorge: 3. Säule a und b

Private Vorsorge: 3. Säule a und b

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Private Vorsorge: 3. Säule a und b

Die finanzielle Absicherung für das Alter, bei Invalidität oder im Todesfall ist ein zentrales Anliegen in der Schweiz. Das bewährte 3-Säulen-System bildet dabei das Fundament der Vorsorge, steht jedoch zunehmend vor demografischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Um den gewohnten Lebensstandard langfristig zu sichern, gewinnt die individuelle und private Vorsorge immer mehr an Bedeutung.

   

   

Die Vorsorge in der Schweiz: das 3-Säulen-Prinzip

Die Vorsorge in der Schweiz basiert auf einem System mit drei Säulen. Ziel ist es, einen angemessenen Lebensstandard im Alter, bei Invalidität und für Hinterbliebene zu gewährleisten und dabei mögliche Lücken aus den verschiedenen Einkommensquellen zu berücksichtigen.

1. und 2. Säule: Staatliche und berufliche Vorsorge

Die 1. und 2. Säule – die AHV/IV (Alters- und Hinterlassenenversicherung / Invalidenversicherung) sowie die berufliche Vorsorge (BVG/LPP) – sind obligatorisch und bilden gemeinsam die Grundlage der finanziellen Sicherheit im Alter, bei Invalidität oder im Todesfall.

Jedoch:

  • Diese beiden Säulen reichen in der Regel nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard nach der Pensionierung aufrechtzuerhalten.

  • Die steigende Lebenserwartung und die sinkende Geburtenrate üben zunehmenden Druck auf das System aus, insbesondere auf die AHV.

  • Es ist eine deutliche Zunahme des Verhältnisses zwischen Rentnerinnen und Rentnern und Erwerbstätigen zu beobachten:

    • Rund 25 Rentnerinnen und Rentner pro 100 Erwerbstätige heute;

    • Der Anteil dürfte bis etwa 2030 auf rund 35 und bis 2040 auf etwa 45 ansteigen.
      (Diese Zahlen basieren auf aktuellen Schätzungen und schweizerischen Bevölkerungsprognosen.)

Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung, die beiden ersten Säulen durch eine individuelle Vorsorge zu ergänzen.

3. Säule: Private freiwillige Vorsorge

Die 3. Säule ermöglicht es jeder Person, zusätzliches Kapital entsprechend den persönlichen Bedürfnissen aufzubauen. Sie ist besonders geeignet, um finanzielle Lücken aus der 1. und 2. Säule zu schliessen.

Man unterscheidet zwei Formen:

  • Säule 3a: Gebundene Vorsorge
    Die Säule 3a ist eine Form der Vorsorge, die freiwillig, aber gesetzlich geregelt ist und gezielt die Altersvorsorge fördern soll.
    • Ziele:
      • Aufbau eines individuellen Alterskapitals.

      • Steuerersparnis bei gleichzeitiger Vermögensbildung.

    • Wesentliche Merkmale:
      • Steuerliche Abzüge: Einzahlungen in ein 3a-Konto oder eine 3a-Lösung können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, was die Einkommenssteuer reduziert.
      • Steuerbefreiung der Erträge: Zinsen und Kapitalgewinne innerhalb der Säule 3a sind während der Sparphase steuerfrei.

    • Maximale Beiträge (Stand 2025):
      • Für Personen, die einer Pensionskasse (2. Säule) angeschlossen sind, wird der maximal abzugsfähige Betrag jährlich vom Bundesamt für Sozialversicherungen festgelegt und an die Teuerung angepasst.
        In der Regel liegt er bei rund 7’000–8’000 CHF (der genaue Betrag ist für das jeweilige Jahr zu prüfen).

      • Für Personen ohne 2. Säule beträgt die Grenze 20 % des Nettoeinkommens, mit einem höheren Maximalbetrag (über 30’000 CHF, je nach Steuerjahr und Einkommensentwicklung).

    • Vorzeitiger Bezug der Säule 3a: Diese Regelungen sind strikt, um vorsorgefremde Bezüge zu verhindern.
      Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, die Gelder vor dem Rentenalter zu beziehen, zum Beispiel:Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum (Hauptwohnsitz);
      • Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit;
      • Definitiver Wegzug aus der Schweiz;
      • In bestimmten Fällen schwerer Krankheit.
  • Säule 3b: Freie Vorsorge
    Die Säule 3b umfasst alle weiteren Spar- und Anlageformen, die nicht den Säulen 1, 2 und 3a zugeordnet sind.
    • Hauptmerkmale:
      • Keine automatische Steuerabzugsfähigkeit (ausgenommen spezielle gesetzliche Regelungen, z. B. bei bestimmten Lebensversicherungen).
      • Grosse Anlagefreiheit: Sparkonten, Aktien, Obligationen, Fonds, Immobilien, Lebensversicherungen usw.
      • Geeignet für unterschiedliche Ziele: Vermögensaufbau, Ausbildungsfinanzierung, Autokauf, Reisen usw.
    • Die Säule 3b eignet sich somit insbesondere, um:
      • die Altersvorsorge zu ergänzen;
      • persönliche oder familiäre Projekte zu finanzieren;
      • von flexibleren Anlagelösungen als in der Säule 3a zu profitieren.

Warum ist die private Vorsorge so wichtig?

  • Die beiden obligatorischen Säulen decken den finanziellen Bedarf im Ruhestand nicht immer vollständig ab.
  • Die Alterung der Bevölkerung belastet das öffentliche Vorsorgesystem zunehmend und erhöht die Bedeutung der individuellen Vorsorge.
  • Die 3. Säule bietet steuerliche Vorteile (3a) oder mehr Anlagefreiheit (3b), um die Zukunft gezielt zu planen.

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