Inmitten der zunehmenden urbanen Verdichtung und dem stetig wachsenden Wohnraumbedarf in Schweizer Städten stellen Schrebergärten – auch bekannt als Klein- oder Familiengärten – eine wertvolle grüne Oase dar. Sie bieten Stadtbewohnerinnen und -bewohnern einen Rückzugsort inmitten der oft hektischen und betonlastigen Umgebung.
Diese kleinen Gartenparzellen befinden sich häufig zwischen Wohnblöcken, entlang von Bahngleisen oder am Rand von Stadtgebieten. Umzäunt und klar abgegrenzt, sind sie überschaubare Flächen, die in der Regel von lokalen Gartenvereinen organisiert und verwaltet werden. Die einzelnen Parzellen werden zu erschwinglichen Preisen an Mitglieder dieser Vereine verpachtet – was den Zugang auch für Menschen mit begrenztem Budget ermöglicht.

Ursprünglich entstanden Schrebergärten als pragmatische Antwort auf soziale und wirtschaftliche Herausforderungen: Sie sollten vor allem den Wohnungslosen und Arbeitern in den Städten ermöglichen, sich selbst mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen und so die Ernährungssicherheit zu erhöhen.
Doch im Laufe der Jahrzehnte haben sich diese Gartenflächen weiterentwickelt. Heute sind sie weit mehr als reine Nutzgärten: Sie sind Freizeit- und Erholungsräume, Treffpunkte für Gemeinschaft und Begegnung, und bieten eine Möglichkeit, Naturnähe und Gartenfreude generationenübergreifend zu erleben.
Egal ob Jung oder Alt, Familien oder Alleinstehende – Schrebergärten sind ein beliebtes und geschätztes Freizeitmodell, das sich den Bedürfnissen der modernen Stadtbevölkerung angepasst hat.
Ursprünglich lag der Fokus der Schrebergärten klar auf dem Anbau von gesundem Obst und Gemüse. Ziel war es, Familien mit wenig Platz und kleinem Budget die Möglichkeit zu geben, sich teilweise selbst zu versorgen – mit frischen Lebensmitteln direkt aus dem eigenen Garten. Auch heute noch spielt der Nutzpflanzenanbau eine wichtige Rolle, doch vielerorts haben sich die Gärten verändert: Neben Tomaten, Salat und Beerensträuchern finden sich Zierpflanzen, Rasenflächen und dekorative Elemente.
Fast jede Parzelle verfügt über eine kleine Laube oder ein Gartenhäuschen, das als Geräteraum, Wetterschutz oder Aufenthaltsort dient. Übernachtungen sind jedoch in der Regel nicht erlaubt, da es sich nicht um Wohnflächen handelt.
Kleingärten erfüllen in Schweizer Städten längst nicht mehr nur eine private, sondern auch eine öffentliche und soziale Funktion:
Gleichzeitig fördern Schrebergärten das soziale Miteinander. In einer Zeit, in der Nachbarschaften oft anonym sind, schaffen sie einen Ort der Begegnung. Ob beim gemeinsamen Bewässern, Tauschen von Setzlingen oder beim Vereinsfest: Hier wachsen nicht nur Pflanzen, sondern auch Beziehungen.
Für viele Familien sind die Gärten ein echter Glücksfall. Sie bieten:
Gerade in Städten wie Zürich, Basel, Bern oder Lausanne, wo viele Haushalte über keinen eigenen Garten oder Balkon verfügen, ist der Schrebergarten oft die einzige Möglichkeit, draussen selbst anzupflanzen und zu gestalten.
Die Nachfrage ist in vielen Städten hoch – teilweise gibt es Wartelisten von mehreren Jahren. Die Gärten sind meist an lokale Gartenvereine gebunden, die die Parzellen verwalten. Voraussetzungen für eine Pacht können sein:
Die Pachtkosten sind in der Regel moderat, oft zwischen 200 und 500 Franken im Jahr – abhängig von Lage, Grösse und Infrastruktur.
In Zeiten von Klimakrise, Ressourcenknappheit und wachsender Entfremdung von der Natur gewinnen Schrebergärten zunehmend an Bedeutung. Sie fördern den bewussten Umgang mit Wasser, Erde und Lebensmitteln. Viele Pächter:innen setzen heute bewusst auf biologische Anbaumethoden, Permakulturprinzipien oder Zero-Waste-Ideen.
Wer einmal erlebt hat, wie aus einem winzigen Samenkorn ein ganzer Salatkopf wächst, entwickelt oft ein ganz neues Verhältnis zu Nahrung, Jahreszeiten und Umwelt.
Schrebergärten in der Schweiz sind weit mehr als nur ein nostalgisches Relikt vergangener Zeiten. Sie sind lebendige, nachhaltige Lebensräume, in denen Menschen sich erholen, gärtnern, lernen und einander begegnen. In einer immer schnelleren Welt bieten sie Ruhe, Bodenhaftung und ein Stück Natur mitten im urbanen Alltag.
> Chambésy
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Das Botanische Konservatorium und den Botanischen Garten Genf sind nicht nur ein Ort der Erholung, der Spaziergänge und der Entdeckung der Pflanzenwelt, sondern auch eine internationale Hochburg der botanischen Wissenschaft der Schweiz, die sich auf die Erhaltung der Pflanzenvielfalt, die Grundlagenforschung sowie die Weitergabe dieses Wissens spezialisiert hat. Ein echtes Freilichtmuseum für Jung und Alt, wo Natur, Kultur und Spass aufeinandertreffen!